Praxistest: AFS-Nikkor 18-200 mm f/3.5-5.6 VR G ED DX
Dienstag, 31. März 2009
(mpgtext/cb) Ist das AFS-Nikkor 18-200 mm f/3.5-5.6 VR G ED DX die eierlegende Wollmilchsau für Nikon-Fotografen? Kommt drauf an, was man erwartet. Das 11fach-Zoom deckt alle Brennweitenbereiche ab, die Frau oder man so standardmäßig braucht. Es ist sehr kompakt, vergleichsweise leicht - und dabei doch recht stabil gebaut. Meines, jetzt knapp 2 Jahre alt, habe ich schon öfters recht rauh behandelt, und es versieht immer noch seinen Dienst klaglos wie am ersten Tag.
Der Autofokus ist (bis auf extreme Low-Light-Situationen) sauschnell und sicher, und die eingebaute VR (Vibration Reduction) funktioniert dermaßen gut, dass ich locker bei 200 mm und einem 30stel noch scharfe Bilder hinbekomme.
Im Weitwinkel-Bereich bis etwa 28 mm liefert Nikons 18-200 eine sehr gute, erstaunlich "knackige" Bildschärfe schon bei einer halben bis ganzen Stufe Abblendung. Ganz anders sieht es am "langen Ende" (wo das 18-200 dann auch wirklich lang und gar nicht mehr kompakt ist) aus. Da empfielt es sich auf mindestens f/8 abzublenden, f/11 noch besser. Selbst dann ist die Bildqualität nicht optimal: Das 18-200 hat selbst dann noch mit starken Randabschattungen zu kämpfen.
Da ich aber - wie fast alle anderen Knipser im "mpgtext"-Pool", sämtliche Aufnahmen von der ausgefuchsten Optik-Korrektursoftware DXO Optics Pro (die das AFS-Nikkor 18-200 mm f/3.5-5.6 VR G ED DX an einer Vielzahl von Nikons unterstützt) automatisiert verbessern lasse, stört mich die Vignettierung des Objektivs genauso wenig wie die - wieder besonders im Tele-Bereich - deutlich sichtbaren chromatischen Aberrationen, die unkorrigierte Landschaftsaufnahmen fast unmöglich machen.
Zu den weiteren "Macken" des AFS-Nikkor 18-200 mm f/3.5-5.6 VR G ED DX zählen die überaus komplexen geometrischen Verzerrungen, die sich inkonsistent über den ganzen Brennweitenbereich verteilen: Korrektur "von Hand" ist fast unmöglich, in Verbindung mit DXO Optics Pro sind Kissen- und tonnenförmige Verzerrungen aber genauso wenig mehr ein Thema wie Vignettierungen oder Schärfe-Unterschiede. Für Architekturaufnahmen kann ich das 18-200 trotzdem definitiv nicht empfehlen - aber die mache ich in der Rergel sowieso mit anderem Gerät und schon gar nicht mit DX-Kameras.
Um auf die - sowieso nur rhetorische - Eingangsfrage zurückzukommen: Das AFS-Nikkor 18-200 mm f/3.5-5.6 VR G ED DX ist ohne DXO Optics Pro sicher KEIN Objektiv für (fast) alle Situationen. Mit Korektursoftware ändert sich mein Urteil aber eindeutig, da spürt man dann als Fotografin eine bis dato völlig ungekannte Leichtigkeit des (Da-) Seins...:) Schwere Taschen und drei, vier Wechseloobjektive können dann für's "everyday life" zuhause bleiben - und deswegen ist das AFS-Nikkor 18-200 mm f/3.5-5.6 VR G ED DX auch eines meiner Lieblingsobjektive geworden. Auch wenn ich Nikon's Konstrukteure immer noch fast täglich wegen des ziemlich inkompatiblen 72mm (!) Filtergewindes des AFS-Nikkor 18-200 mm f/3.5-5.6 VR G ED DX verfluche...
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Danke für die feine Zusammenstellung ...
Guter Tipp. Danke!
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