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Von Martin P. Gerner
Wer sein Foto-Equipment schätzt und oft als Werkzeug benutzt, kann sie brauchen. Käufer von sogenannter "Grauware", die nicht auf eine europäische bzw. deutsche Herstellergarantie zurückgreifen können, sowieso. Die Service - Verlängerungs - Verträge des seit 60 Jahren etablierten amerikanischen Unternehmens Mack (mit Firmensitz in Springfield, New Jersey) sind eine vergleichsweise günstige - und deshalb beliebte - Möglichkeit, bei einem Defekt seine Ausrüstung auch ausserhalb von Garantiezeiten ohne grosse Kosten repariert zu bekommen. Ich berichte, wie's geht.
Eines vorweg: Ein "Extended Service Contract" von Mack ist keine Kameraversicherung im deutschen Sinn, die ja auch - in gewissem Rahmen - beispielsweise bei Diebstahl schützt. Sie ist vielmehr als Garantieverlängerung zu betrachten, bei der der Käufer die Kosten einer möglicherweise nötigen Reparatur seiner Ausrüstung erstattet bekommt.
Mack bietet - beileibe nicht nur für Kameras - insgesamt über 90 verschiedene Versicherungsverträge an. Hier kann man online nach dem besten Vertrag suchen - für uns Fotografen kommen die Abteilungen "Digital Still" und "Lens" in Betracht.
Achtung: Die Verträge der Kategorie "Standard" decken ausdrücklich keine Schäden bei gewerblicher Nutzung des Equipments. Wer also auf Nummer Sicher gehen will, sollte von vornherein gleich einen Vertrag mit "Professional Coverage" wählen.
Neuerdings bietet Mack auch - wieder ausdrücklich nicht für gewerbliche Fotografen - eine "Ultimate Coverage" an, die auch gegen Schäden wie Fallenlassen, grob fahrlässige Fehlbedienung seitens des Fotografen und - ganz selten - Schäden durch Flugsand schützt. Weil aber erstens diese Verträge vergleichsweise teuer sind und sich die zusätzlich abgedeckten Schäden in der Regel vermeiden lassen beziehungsweise beim "normalen" Fotoamateur gar nicht erst auftreten, rate ich von diesen Veträgen ab.
Für's meiste Equipment habe ich die "Professional Coverage" gewählt - genauer gesagt, die Mack-Verträge 1013 und 1086 (bei Objektiven) sowie 1011, 1015 und 1029 bei den Kameras.
Das jeweils zu versichernde Equipment habe ich sofort nach dem Kauf (das Limit sind 30 Tage nach dem Rechnungsdatum) online bei Mack registriert; die Registrierung wurde sofort per automatisierter Rückmail bestätigt.
Die bisher drei bei mir aufgetretenen Garantiefälle liessen sich problemlos und folgendermassen abwickeln:
1. Hierhin eine Schadensbeschreibung mit der freundlichen Bitte um eine "Service Authorization Number" geschickt.
2. Nach erhalt dieser Nummer (per e-mail, Turnaround jeweils weniger als zwei Tage) mein Equipment zur Reparatur hier in Deutschland (zweimal der Original-Service des Herstellers, einmal zu einem authorisierten Betrieb) geschickt. Wichtig: NICHT gleich die Reparatur ausführen lassen, sondern enen Kostenvoranschlag (möglichst in Englisch, ansonsten übersetzen) anfordern. Mack verlangt zwingend einen Kostenvoranschlag!
3. Den Kostenvoranschlag von Mack genehmigen lassen (Ging bei mir bisher schnell und problemlos)
4. Reparatur auf eigene Kosten ausführen lassen, Reparatur-Rechnung in Kopie an Mack schicken.
5. Rückerstattung der Reparatur-Kosten von Mack abwarten - bei mir war das Geld jeweils innerhalb von 4 Wochen auf meinem Konto.
Natürlich muss das ganze in Englisch abgewickelt werden - wer kein Englisch kann und niemanden kennt, der ihm bei einer Übersetzung hilft, sollte meines Erachtens die Finger von den Mack-Verträgen lassen. Mir hat Mack dreimal schweineteure Reparaturen an defekten Objektiven bezahlt - logisch, dass ich auch weiterhin die Mack-Garantieverlängerungen in Anspruch nehmen werde.
Ach so: Die meisten meiner Mack-Verträge habe ich - da sie ja weltweit gülig sind - günstig bei Adorama beziehungsweise bei ebay.com gekauft. Im Dollar-Raum sind sie wesentlich günstiger als in Deutschland.
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