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Eneloop - Eine für Alles PDF Drucken E-Mail
Freitag, 13. Juni 2008

Von Martin P. Gerner

Wer wie ich hunderte Fotos an einem Tag macht, kennt das leidige Stromversorgungsproblem: Die Akkus - egal, ob vom Kamerahersteller oder Drittlieferanten - machen immer zum ungünstigsten Zeitpunkt schlapp.

Und bei herkömmlichen NiMH-Zellen gab's lange Zeit ein Problem mit der Selbstentladung: Nur wenn die Akkus direkt vor einem längeren Shooting aufgeladen wurden, war sichergestellt, dass sie dann im Einsatz auch ihre volle Kapazität hatten.

Diese Probleme gehören bei mir der Vergangenheit an: Seit sämtliche batteriebetriebenen Geräte in unserem Haushalt mit Sanyo-Eneloop-Zellen ausgestattet sind, muss ich definitv weniger oft laden.

Die High-Tech-Akkus entladen sich nicht nur wesentlich weniger als bisherige Nickel-Metallhydrid-Zellen - sie liefern in meinen Kameras und Blitzgeräten dank besserer Entladungscharakteristik auch wesentlich länger Strom. Für mich schon lange ein klarer Fall: Die Eneloop ist eine für Alles.

 

 

Der entscheidende Vorteil der Eneloop, die schon beim Kauf wie eine normale Batterie vorgeladen und damit sofort einsatzbereit ist: Gegenüber herkömmlichen Akkumulatoren ist die Selbstentladung äußerst gering.

 

Einmal aufgeladen behält Eneloop die Ladung, auch bei einer längeren Lagerung von 6 oder 12 Monaten. Die Sanyo-Angabe, wonach die Eneloops noch 90 % der Ladung nach 6 Monaten und 85 % nach einem Jahr haben, wurde inzwischen in mehreren Tests bestätigt.

 

 

Diese geringe Selbstentladung ist für eine wiederaufladbare Batterie ein enormer, bisher nicht dagewesener Vorteil. Um den Ladezustand meiner Akkus muss ich mir keine Sorgen mehr machen. Einmal im Monat lade ich zwei Dutzend auf, die fliegen dann in meine Fototasche - und gut is'....

 

Eine Eneloop kann im Gegensatz zu einer Einwegbatterie bis zu1000-mal wieder aufgeladen werden. Dies schont die Umwelt und meinen Geldbeutel. Selbst wenn ich die höheren Kosten für die Eneloop im Vergleich zu anderen Akkus oder gar Einwegbatterien berücksichtige und die Kosten für den Stromverbrauch der Ladegeräte (im Prinzip tut's jedes, das NiMH-Akkus "intelligent", d.h. mit Spannungsüberwachung, laden kann) auch noch mitrechne, rentiert sich der Einsatz der Eneloop schon nach wenigen Ladezyklen.

 

 

Sanyo gibt folgende Erklärung für die geringe Selbstentladung: "Moderne Ni-MH Akkumulatoren bestehen im Prinzip aus zwei Metallstreifen ( Anode und Kathode ) , die durch einen nicht leitenden, porösen Kunststoff - Streifen ( Separator ) voneinander getrennt sind. Diese drei Streifen werden übereinandergelegt und zu einer Rolle aufgewickelt. Diese Rolle wird in einen Metallbecher gesteckt und mit einer Flüssigkeit ( Elektrolyt ) getränkt. Danach wird der Metallbecher mit einem Deckel verschlossen. Die Selbstentladung von Ni-MH Akkumulatoren lässt sich auf drei Hauptgründe zurückführen:

  • die chemische Auflösung der Kathode,
  • den natürlichen Zerfall der Anode,
  • Verunreinigungen der Anode.

 

Die Selbstentladung bei der eneloop konnte durch Folgendes verringert werden:

 

Die chemische Auflösung der Kathode wurde durch die Verwendung einer neuen Superkristallgitter-Legierung ( Superlattice Alloy ) verringert. Daneben führt diese Legierung auch zu einer Erhöhung der Kapazität des Akkumulators und sie verringert den Innenwiderstand, was höhere Entladeströme zulässt. Ein weiterer Vorteil des geringeren Zerfalls dieser Legierung ist, dass zur Stabilisierung weitaus weniger Kobalt eigesetzt werden muss als bisher. Die Anode wurde durch ein neues Material verstärkt, was den natürlichen Zerfall verlangsamt. Ausserdem wurden speziell für die eneloop der eingesetzte Elektrolyt sowie der Separator verbessert."

 

 

Zu Hause, wo ich geschätze drei Viertel meiner Elektrogeräte schon seit Jahren mit Akkus betreibe bzw. dafür umgerüstet habe (Stromsparen ist bei einem Ampere-Junkie wie mir nicht erst angesagt, seit die grossen Energielieferanten noch ihre Kunden ausquetschen, solange der deutsche Staat ihnen das erlaubt...), benutze ich eine grosse, selbstgebaute NiMH/Li-Ion-Ladestation, die mir unter anderem das gleichzeitige Laden von bis zu 24 AA-Zellen erlaubt.

 

Wer als Hobyelektroniker einigermassen begabt ist, findet im Netz bei den einschlägigen Controller-Herstellern oder bei Fachzeitschriften wie Elektor jede Menge Schaltungsvorschläge, die sich oft ohne größeren Aufwand in taugliche Lösungen umsetzen lassen.

 

 

Für unterwegs und das Hotel habe ich mir die Original-Sanyo-Ladegeräte MGN04 (Abbildung links) und MDU01 (mit USB, für den Klapptop...) zugelegt. Die machen ihren Job gut und (bisher) ohne Murren. Bei ebay gibt's auf Akkus spezialisierte Powerseller, die das MGN04 inklusive vier AA-Eneloops schon für rund 18 Euro anbieten (Stand Juni 2008).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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